Offener Brief zur Anhebung der Grundsteuer B in Inden/Altdorf

Offener Brief zur Anhebung der Grundsteuer B in Inden/Altdorf

Offener Brief zur Anhebung der Grundsteuer B in Inden/Altdorf

# Inden-Langerwehe

Offener Brief zur Anhebung der Grundsteuer B in Inden/Altdorf

Offener Brief des Presbyteriums unserer Kirchengemeinde an Herrn Bürgermeister Pfennings, Herrn MdB Rachel und den Rat der Gemeinde Inden:

Sehr geehrter Herr Pfennings, sehr geehrter Herr Rachel, sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten heute in einem offenen Brief Stellung zur geplanten Anhebung des Hebesatzes für die Grundsteuer B auf 1.400% nehmen.

Uns ist die prekäre finanzielle Situation der Gemeinde Inden bekannt. Um handlungsfähig zu bleiben und auch wichtige soziale Impulse setzen zu können, müssen die Einnahmen erhöht werden.

Die geplante Steuererhöhung trifft aber ungefiltert alle Menschen in unserer Kommune. Als Evangelische Kirchengemeinde weisen wir nachdrücklich auf die Situaltion von sozial benachteiligten Mieterinnen und Mietern hin, auf Seniorinnen und Senioren, die ihr Haus als Altersvorsorge in Inden gebaut haben und oft nicht in der Lage sind, höhere zusätzliche Ausgaben zu finanzieren. Inden bietet zudem ein familienfreundliches Umfeld mit Spielplätzen, Schulen, Kindergärten und einem reichhaltigen Angebot durch unsere Kirchengemeinde und so viele wunderbare Vereine. Aber Familien werden es sich nicht mehr leisten können, in Inden zu leben.

Sicherlich sind Sie sich dieser Situation auch bewusst und darum möchten wir Sie auffordern, in einen sofortigen Dialog mit der Landes- und Bundesreigierung zu treten bzw. den begonnenen Dialog mit dem Hinweis auf die akute Situation zu vertiefen. Als Kommune haben wir über Jahrzehnte für die Energieversorgung in Deutschland unseren Beitrag geleistet. Wir haben Ländereien abgegeben, die jetzt für die Weiterentwicklung fehlen. Statt Land gibt es dann irgendwann einen See. Wir haben umgesiedelt, Heimat aufgegeben und das immer gerne für ganz Deutschland getan. Nun ist es an der Zeit, dass Deutschland uns unterstützt. Dazu gehört eine Beteiligung der vom Tagebau betroffenen Kommune an Steuereinnahmen, die aus der Energiegewinnung erziehlt werden und dazu gehört ein auf Jahrzehnte angelegter finanzieller Nachteilsausgleich für all das, was unser Dorf und die Menschen, die bei uns leben für die Allgemeinheit aufgegeben haben. Es kann einfach nicht sein, dass wir nach all dem nun mit dem Ende des Tagebaus uns selbst überlassen werden und die Bürger, die auch viel eigenes Geld in die Umsiedlung investiert haben durch hohe Steuern ein weiteres Mal finanziell benachteiligt werden.

Was Inden fehlt ist Land für die Entwicklung – und die Entschädigungszahlungen müssen auch das Potential berücksichtigen, was uns auf Zukunft hin fehlen wird. Eine einmalige Entschädigungszahlung wäre da nicht zukunftsweisend.

Als Evangelische Kirchengemeinde stehen wir sehr klar vor allem an der Seite derer, die finanziell und sozial benachteiligt sind – Rentnerinnen und Renter, Mieterinnen und Mieter, all die vielen Menschen, die 2 Jobs plus Nebenjob machen, um das eigene Zuhause, eine Familie und private Altersvorsorge zu finanzieren. Das Geld ist bei so vielen knapp – und Inden sollte laut und deutlich in Düsseldorf und Berlin Unterstützung einfordern. Dabei stehen wir dann gerne mit Rat und an Ihrer Seite.

Für das Presbyterium (Kirchenvorstand),
Pfr. Daniel Müller Thór

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