Aktuelles
Liebe Leserinnen und Leser in Weisweiler, Inden, Langerwehe und Dürwiß,
„Siehe, ich mache alles neu!“ So ruft es uns die Jahreslosung für das Jahr 2026 zu. Auf der Suche nach einem ansprechenden Plakat, das diese Botschaft ein Jahr lang an den Kirchentüren unserer Gemeinden sichtbar macht, bin ich bei „Edition Ahoi“ auf das hier verlinkte Motiv gestoßen.
Es hat mich sofort angesprochen. Da steht doch tatsächlich drunter „Mach mit.“ Und wie man mitmachen kann, dazu gibt es auch zahlreiche Ideen. Damit ist das zugleich Verheißung, denn es ist Gott, der handelt. Aber wir dürfen mithandeln – und bestimmt haben viele von Ihnen gute Ideen, wie wir dazu beitragen können, dass die Welt neu, oder zumindest ein bisschen besser wird. Was für ein Jahr könnte da vor uns liegen, wo wir mitmachen an Gottes Neuschöpfung, mitmachen an einer etwas besseren Welt zumindest bei uns, in unseren Dörfern und unseren Kirchengemeinden. Weisweiler, Inden, Langerwehe und Dürwiß ein Jahr lang voller Freundlichkeit.
Ein Jahr lang voller Mut.
Ein Jahr lang WILD träumend.
Ein Jahr lang Fokus auf Frieden
Auch Apfelbäume pflanzen mit dem etwas Trotzigen ‚jetzt erst recht‘ in uns.
Und: Vertrauen stärken. Vertrauen stärken in den jungen Menschen, mit denen vor allem unsere Mitarbeiterin Maria Pickart arbeitet. Aber auch Vertrauen stärken an den Rändern des Lebens, in zerbrechenden Familien oder in sozial benachteiligten Familien.
Aber ich will den Fokus jetzt noch einmal von dem, was wir tun können wenden auf das eine Wort, das ich beim ersten und auch zweiten Betrachten der Grafik übersehen habe:
Gott – Verwandlungskünstler*in
Was traue ich Gott zu? Dieser Satz auf dem Plakat ist die gesunde Gegenbotschaft zum Satz „Gott hat keine anderen Hände als Deine.“ Auf einmal höre ich nicht mit dem Apell-Ohr, sondern stehe da, mit offenen Händen und muss mein ganzes Vertrauen in diese offenen Hände legen. Vertrauen, dass Gott wirkmächtig ist. Gott als Verwandlungskünstler*in. Oh, das fällt mir manchmal schwer – und doch sehne ich mich danach. Ich sehne mich danach, dass Gott mal auf den Tisch haut und einfach alles neu macht. Und ich erspare uns die Details aus den USA, dem Sudan, der Ukraine, Venezuela, Argentinien, Deutschland und so vielen Orten auf der Welt, wo es gut wäre, wenn Gott mal etwas verwandeln würde.
Es gibt natürlich viele biblische Geschichten, die davon erzählen, wie Gott verwandelt. Aber eine ist mir gerade mal wieder begegnet: Da erzählt Jesus davon, wie Gott ist. Und er vergleicht Gott mit einem Weinbergbesitzer, der über den Tag verteilt immer wieder neue Mitarbeiter für die Weinlese einstellt. Und - die meisten von uns kennen die Geschichte: am Ende bekommt jeder den gleichen Lohn. Weil jeder des Tageslohn braucht, um seine Familie ernähren zu können. Die Arbeiter finden das ungerecht, und ich kann mich auch an manche Diskussion bei Kirchens erinnern, wo gesagt wird: wenn wir das hier so machen, dann müssen wir das in Zukunft immer so machen, sonst ist es ungerecht. Oder unfair. Gott ist da großzügiger. Gott gibt, was wir brauchen, nicht das, was nach menschlichem Ermessen vielleicht fair wäre.
Wissen Sie, diese Großzügigkeit Gottes - die bewegt mich, die erfüllt mich immer wieder mit Freude, ja mit Glaubensfreude. So ist unser Gott - möchte ich dann herausschreien. Ist das nicht großartig?
Also, die Großzügigkeit Gottes, die berührt mich – und dann verwandelt sich etwas. Meine Perspektive ändert sich und der Blick auf den anderen Menschen: was braucht er oder sie? Nicht was er oder sie verdient? Und ich glaube fest, dass das wenn viele von uns solch eine veränderte Perspektive haben, dass sich dann auch etwas auf der Welt verwandelt. Und da ist er dann wieder, Gott, Verwandlungskünstler*in.
Und dann stellen Sie sich diese Geschichte aus der Perspektive der Menschen vor, die nur eine Stunde vor Ende des Tages Arbeit fanden und dann für einen ganzen Tag bezahlt wurden. Wie glücklich müssen sie gewesen sein. Und wir brauchen doch nicht neidisch auf die Gnade zu sein, die Gott anderen schenkt, oder. Jed*r bekommt so viel Gnade geschenkt, wie er oder sie braucht.
Mit dieser Gnade verwandelt Gott unsere Welt. Jetzt wünschte ich mir, jede*r würde diese Gnade mit offenen Händen empfangen und auch allen anderen gönnen können. Wir wissen, wir erleben, dass das nicht so ist. Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht weiter auf Gott vertrauen werde. Vielmehr stärkt es meinen Wunsch, von diesem Gott zu erzählen.
Und wenn wir das in diesem Jahr gemeinsam machen, wenn wir in all den Prozessen unserer Kirchengemeinden und in den Krisenmomenten des eigenen Lebens innehalten und auf Gottes Verwandlungsmöglichkeiten hoffen – dann haben wir zumindest eins erreicht: wir leben im Vertrauen auf Gott. Und legen alles, was ist, in Gottes Hände. Möge Gott unsere Herzen mit Segen und Güte erfüllen. Ich wünsche Ihnen in diesem Jahr ganz viele Begegnungen mit
Gott – Verwandlungskünstler*in
Mit herzlichen Grüßen,
Ihr Pfarrer Daniel Müller Thór